Valli Bergamasche Revival 2017

June 24, 2017

 

Mein Freund Peter Kling hatte mich angerufen, ich sollte unbedingt dort mitfahren. Die Strecke wäre anspruchsvoll, aber gut machbar für die BSA. Überhaupt seien die Italiener nett und für gutes Essen wäre gesorgt. Also alles vorbereitet und nach Online Nennung vor zwei Wochen nach Bergamo gefahren. Zeit war wieder mal knapp und ich hatte in der Eile auch noch meine Papiere vergessen.

Die Italiener waren wirklich nett und liessen mich trotzdem mitfahren. Allerdings in der Gentlemans Ride Klasse, d.h. ausser Wertung. Als ich die Maschine zum Parc Ferme schob, erntete ich schon überall anerkennende Blicke. ...Es sah wirklich so aus, als wäre die BSA Bj.58 die Älteste vor Ort.

Eigentlich hatte ich damit gerechnet, dass mehr altes Zeug am Start wäre, aber das meiste Material war aus den späten Siebzigern, wie KTM, Maico, SWM etc...Es waren über 350 Bikes am Start.

Irgendwie hatte der ortsansässige Motorradclub "Scuderia Fulvio Norelli" 50jähriges und

abends gab es bei immerhin noch 32 Grad ein super 4-Gänge Menü. Peter und ich freuten uns auf den morgigen Tag.

Dieser kündigte sich schon in der Nacht mit wasserfallartigen Niederschlägen und starken Gewittern an. Gestartet wurde ab 9:00Uhr in Dreiergruppen. Peter musste mit Startnummer 8 noch im Regen losfahren. ich war um 10:30 dran.

Wir hatten uns abends noch gewundert, dass die Strecke nicht ausgeschildert war. Am nächsten Morgen wussten wir, warum...

Es war super organisiert: Die Polizei sperrte bei jeder Gruppe kurzfristig die Strasse und winkte alle über rote Ampeln bis zum nächsten Kreisverkehr. Ab da den Schildern nach zur ersten Geländeprüfung auf einer Wiese am Autobahnzubringer. Man konnte die Bikes ja nicht sauber die nächsten 40 Kilometer bis ins Valli Bergamasche hinaufschicken...Es gab jede Menge begeistertes Publikum am Strassenrand. Biker des Moto Club Bergamo sammelten sich an jedem Kreisverkehr und passten auf, dass niemand verlorenging. Es gab sogar Geleit... Zeitkontrolle in Rovetta; 90 Minuten waren bis hier veranschlagt, doch es gab schon einige, die wegen Motorschaden aufgeben mussten.

Enduro Test:  Bei 30 Grad gings gefühlte 20min einen sehr steilen steinigen Feldweg hoch. Enge Kehren, Schotter und loses Geröll und der Kampf gegen die Zeit. Hier wurden schon etliche Kupplungen aufgeraucht...Oben wurden wir mit Wasser, Parmesan und Melone belohnt...Super Jungs.Tolle Aussicht.

Die Abfahrt durch den Wald stellte nochmal alles in den Schatten.  Die BSA verlangte mir volle Konzentration ab...scharfkantige Felsbrocken, so gross wie alte Fernseher und rutschige Wurzeln, zwangen die Fahrer, bergab noch Gas zu geben um nicht ständig aufzusetzen. An besonders brenzligen Stellen warteten zum Glück kundige Helfer, die einige Abstürze von Maschinen und deren Fahrer verhinderten.

Nach der Etappe konnte ich durch meine Crossbrille wegen Schwitzwasser nix mehr sehen...Eigentlich war man jetzt schon durch, aber die Profis überrundeten einen bereits schon. Da konnte man eh nicht mithalten aber das Publikum am Strassenrand feuerte uns an. Wow. 

Es ging durch Dörfer und ausgetrocknete Flussbetten übersät mit kindskopfgrossen Steinen . Immer Ausschau halten nach den kleinen gelben Pfeilen... Mitten im Nirgendwo eine Durchfahrtskontrolle. Mein Rücklicht schlackerte mit dem ganzen Nummernschild lose umher. Die Jungs halfen mit Draht und Tape, noch schnell ein Foto und nach 36Km kam noch eine komplette Motocrosstrecke auf Zeit. ...nur nicht stürzen...Zwischen den Häusern durch und das Ganze nochmal. 

Konditionell leicht angeschlagen setzte ich zur zweiten Runde an und bemerkte, dass sich das Feld schon etwas ausgedünnt hatte. Bei der Bergfahrt gab ich nochmal alles und überholte sogar einige Teilnehmer. Oben auf dem Berg wusste ich, dass ich es geschafft hatte. Dieses Rennen fährt man eigentlich gegen sich selbst und ich war mit meiner Leistung hochzufrieden. Später im Flussbett  verbog mir  ein unsichtbarer Stein eine Fussraste und der Bremsanker riss ab... ohne Hinterradbremse schaffte ich sogar noch die Crossprüfung und die Rückfahrt nach Bergamo. Well done, old BSA. 160Km ohne Mucken...und ohne Tanken!

Peter war auch ins Ziel gekommen und wir holten uns ein kühles Bier und warteten auf die Verleihung der wohlverdienten Bronzemedaille, Es war uns eine Freude, Vielen Dank nochmal an Marcello Grigorov vom Motoclub Fulvio Morelli Bergamo für die tolle Organisation .Bis zum nächsten Mal in 5Jahren...

 

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